1970 in Yavuzeli-Tr geboren 1989-95 Studium an der Firat Uni in Elazig bei Prof. Memduh Kuzey, Cemal Arslan 1992 seit Freischaffender Künstler lebt in Cologne und in der Türkei
Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Othmar Raus und Ali Zülfikar auf der Kunstmesse Salzburg
Kunstprojekt 1997 Kunstprojekt „Fluchtzeiten“ mit Internationaler Menschenrechtsverein Bremen e.V und Stadt Bremen
Öffentlichen Sammlungen Öffentliche und Private Sammlungen in der Türkei, Deutschland, Frankreich, England, Italien, Belgien, Ungarn, Holland, Österreich und USA. Kunstsammlungen des Külturburos der Stadt Dortmund Kunstsammlungen der Deutschen Familien Stiftung Kunstsammlung der GRAF Immobilien GmbH-Remscheid
Kunstseminare und Kunstsymposium in Deutschland und Russland
Seine Arbeiten wurden in folgenden Zeitungen, Zeitschriften und Enzyklopädie (Who is Who) publiziert. Einige seiner Werke wurden auch als Romancover (Ali Arslan, Sersce) und Deckblatt für Musikkassetten(Mikail Aslan- Miraz, Grup Munzur, Anka Kusu, Ozan Emekci, Munzurun 17. Senfonisi , sowie als Poster und Postkarten veröffentlicht.
Über sein Leben und seine Kunst wurden in den verschiedenen internatinalen TV- Kanälen als Dokumentarfilme (WDR, TRT1, SHOW TV, KANAL D, ARTE, ROJ TV, TRT INT ausgestahlt.
Ali Zülfikars Interesse an der mesopotamischen Kultur (auf die er sich immer wieder bezieht) und sein Bewusstsein für die unerschütterliche Dauer kultureller Traditionen hat zweifellos mit seiner Herkunft zu tun. Geboren wurde der Kurde 1970 in einem kleinen Dorf im ostanatolischen Teil der Türkei, in dem die Spuren der uralten Kultur noch überall präsent waren. Schon als Kind zog es ihn zur Kunst, beginnend mit Zeichnungen, die er für ein Mädchen anfertigte, in das er sich verliebt hatte. Im intergymnasialen Wettbewerb bekam er einen ersten Preis. Im Jahr 1993 bewarb er sich erneut an der Akademie der Mimar Sinan in Istanbul. Danach folgten Studien an der Universität Firat/ Elazig im Osten. Von da an wurde die bildnerische Gestaltung zu seinem Element, seine Erfahrungen auszudrücken und mit anderen Menschen in Kommunikation zu treten. Er absolvierte ein Kunststudium in der Metropole in Istanbul und beteiligte sich an vielen Ausstellungen, deren häufig politisch-engagierte Grundlage ihn schließlich dazu zwangen, die Türkei zu verlassen.
1997 kam er nach Deutschland, zunächst nach Bremen, später nach Hagen. Vor zwei Jahren siedelte er nach Köln über, wo er in diesem Jahr sogar einen eigenen Kunstraum eröffnete. Die Zeugma-Galerie, benannt nach einem historischen Ort am Euphrat, liegt in der Köln (Hansaring 149) und verbindet Ausstellungs- und Atelierbetrieb.
Grundsätzlich verwendet Ali Zülfikar nur Wollfarben und selbst entwickelte pflanzliche Farbstoffe für seine Bilder. Wegen der besonders leuchtenden Farbkraft und weil diese Pigmente mehr als andere Farben die Spur der Erde in sich tragen. Denn die Erdung ist ihm besonders wichtig in seiner Malerei, die den ganz gewöhnlichen Alltag der Menschen mit dem Gewicht der Jahrtausende alten Geschichte Mesopotamiens und der allem zugrunde liegenden Natur verbinden will, muss der Mensch seinen Weg finden: mit einfachen Handgriffen vom Hausbau bis zum Teekochen, begleitet von Trauer und Schmerz und auf den Flügeln grenzenloser Sehnsüchte.
„Von Babylon nach Köln“, wie eines der Bilder betitelt, beschreibt nicht nur Zülfikars individuellen Lebensweg als Beispiel für die Erfahrung vieler Migranten in der Gegenwart. Zugleich ist damit die Überzeugung verbunden, dass Kultur grenzenlos ist und ein Kulturgemisch wie es vor langer Zeit in Babylon begründet wurde, von aktueller Bedeutung ist. Ganz in diesem Sinne zeigt sich, dass Zülfikars malerischer Ansatz denn auch nur auf den ersten Blick völlig in der Tradition seiner Herkunft aufgeht. Genaueres Hinsehen macht deutlich, wie er die figürlich-folkloristischen Wurzeln der orientahischen Bildwelt mit den abstrakt-freien Elementen der modernen abendländischen Kunst verknüpft. Indem er immer wieder große Materialstücke traditioneller Kelim-Teppiche in seine Bildkompositionen einarbeitet und seine Motive (das Mädchen mit dem Besen, der Arbeiter beim Hausbau, die Frau mit der Teetasse) mit fließenden und tropfenden Farbspuren in eine bewegte Turbulenz bringt, hat er einen ganz eigen Stil entwickelt.
So zeigt jedes einzelne Bild von Zülfikar, wie sehr sich in der gelebten Erfahrung die Erinnerung an den Kulturkreis, in dem man aufgewachsen ist, und aktuelle Einflüsse einander durchkreuzen. Dabei erzählt Zülfikars Kunst grundsätzlich von Menschen, ihrer Beziehung zur Natur, ihrer (zurückgelassenen) Heimat, ihrer Existenz im Spannungsfeld von Liebe und Gewalt. Seine äußerst sinnlichen, färbleuchtenden Bilder, in denen stets eine sanfte Melancholie wohnt, sind darin keine Spur folkloristisch. Vielmehr sagen sie uns einiges über das Leben in der Moderne. Sie lenken den Blick auf existentielle Fragen. Woher kommen wir? Was hoffen wir? Wonach richten wir uns in unserem Alltag? Und welche Rolle spielen Kunst, Kultur und Tradition in unserem Leben? Dass der in Deutschland lebende Kurde aus der Türkei als Ausstellungsort für seine Bilder eine Galerie gewählt hat, folgt nicht zuletzt seiner Liebe zum geschriebenen Wort als Möglichkeit des Wissen- und Erkenntniserwerbs.
Zülfikar ist nicht nur ein leidenschaftlicher Leser, sondern darüber hinaus seit Jahren regelmäßig als Kunst- und Kulturjournalist für kurdische und Türkische Zeitungen tätig. Wörter und Bilder können den Menschen gleichermaßen zu sich selbst fuhren, und beide Ausdruckformen ergänzen sich.